Rentner und die drohende Armut

Die Deutsche Rentenversicherung hat am 13.11.2012 bekannt gegeben, dass die Rentner in den alten Bundesländern voraussichtlich nur 1% mehr Rente zum 1. Juli 2013 bekommen sollen, in den neuen Bundesländern soll der Anstieg bei etwa 3% liegen. Dass die Renten in den neuen Bundesländern mehr als 20 Jahre nach der Wiedervereinigung immer noch stark denen in den alten Bundesländern hinterherhinken, ist kaum verständlich, zumindest soll also 2013 wieder ein kleiner Schritt zur Angleichung erfolgen.

Was die alten Länder betrifft, so können die Senioren bei einer geschätzten Inflationsrate von 2% nicht einmal den Kaufkraftverlust ausgleichen.

Welche Rentner sind von Altersarmut betroffen?

Gegenwärtig beschäftigen sich die Politiker viel mit dem Problem der bereits vorhandenen und künftig zunehmenden Altersarmut, das Problem wird sicher auch im Bundestagswahlkampf 2013 eine zentrale Rolle spielen. Aber es wird sein wie so oft, viele gegenseitige Schuldzuweisungen und am Ende wird wenig für die Rentner herauskommen.

Dabei ist das Problem viel umfassender, als gegenwärtig diskutiert. Es geht nicht nur um die Rentner, die weniger bekommen als das Existenzminimum, viele Senioren müssen bei solchen Rentensteigerungen wie für 2013 avisiert erhebliche Abstriche an ihrem bisherigen Lebensstil machen und das nach einem arbeitsreichen Leben.

Das Handeln der politisch Verantwortlichen ist diesbezüglich nicht nachvollziehbar, einerseits wird von großen zu erwartenden Löchern in der Rentenkasse gesprochen, andererseits werden die Rentenbeiträge 2013 merklich gesenkt, hätte man nicht die Beiträge belassen und statt dessen den Rentnern etwas mehr zukommen lassen können?

Können künftige Rentner durch private Vorsorge vorbeugen?

Da zu erwarten ist, dass die Entwicklung der Rentenhöhe in den kommenden Jahren einen ähnlichen Verlauf wie 2013 nehmen wird, kann man sich nicht mehr allein auf die gesetzliche Rentenversicherung verlassen. Aber sind Betriebsrenten und privat abgeschlossene Versicherungen wirklich die Alternative?

Hierbei muss man bedenken, dass diese Renten bei Eintritt ins Rentenalter einmal berechnet werden und dann immer gleich bleiben, einen Inflationsausgleich gibt es hier nicht. Zudem wird von diesen Renten der volle Beitragssatz für die Sozialabgaben (Kranken- und Pflegeversicherung) abgezogen im Gegensatz zum ermäßigten Satz bei der gesetzlichen Rente. Deshalb ist es unverantwortlich den Rentnern gegenüber, immer wieder an der ‘Schraube’ gesetzliche Rentenversicherung zu drehen um Geld zu sparen.

Rentner sind die Verlierer

Wir haben sprudelnde Steuereinnahmen, der gesamtgesellschaftliche Wohlstand wächst, aber die Rentner merken nichts davon. Die Politiker sind jetzt dabei zusätzlich noch das Rentenniveau von derzeit ca. 50% schrittweise auf 43% abzusenken, damit verschärft sich das Problem weiter. Das alles nur mit dem demografischen Wandel zu begründen ist sicher zu wenig und hilft derzeitigen und zukünftigen Rentnern nicht wirklich.

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